Erstversorgung und Zweitversorgung
Meist ist es eine Stunde, die an der Front über Leben und Tod entscheiden. Wer zu spät versorgt wird, hat wenig Chancen. Beide Seiten haben hohe Verluste, Verletzte und Tote. Die Sanitäter an der Front stillen Blutungen, binden abgerissene Arme und Beine ab, schaffen Verletzte und Verstümmelte nach hinten, erst mal weg von der Front. Die vor Schmerz schreienden Männer müssen von Ärzten versorgt werden. Die Bergung verläuft in mehreren Phasen: an der Front werden die Verletzten von ihren Kameraden an Sanitäter:innen übergeben. Die bringen sie unter größte Gefahr zum wenigen Kilometer entfernten Stabilisierungspunkt. Dort können Ärzte die schlimmsten Blutungen stillen. Es folgt der Transport in ein Lazarett oder in ein ziviles Krankenhaus. Katja, die deutsch/ukrainisch Ärztin in unserem Team, begleitet solche Transporte.
Das Krankenhaus in Vinnitsya gehört zu den Krankenhäusern, die sich um die weitere Versorgung der Schwerverletzten kümmert. Wir unterstützen die Arbeit der Ärzte mit Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln. Von München liefern wir direkt nach Vinnitsya, was dort gebraucht wird. Und wir unterstützen Peter aus Lüneburg, der beim Aufbau eines Rehazentrums in Vinnitsya hilft. Auch wenn das alles nur Tropfen sind auf einem heißen Stein, bleiben wir weiter engagiert - und wir danken allen, die uns tatkräftig dabei unterstützen. Bild und Text auszugsweise aus der Süddeutschen Zeitung vom 6. September 2023. jg